Der Kinderwunsch 2017-11-06T17:14:12+00:00

Gründe für das Ausbleiben einer Schwangerschaft

Wenn Sie seit über einem Jahr regelmäßigen Geschlechtsverkehrs noch keine Schwangerschaft verzeichnen können sollte nach den Gründen geforscht werden. Bei Frauen über 35 Jahren lohnt es sich, schon früher nach den Ursachen zu sehen.

Dabei sollten Sie wissen, dass Sie nicht alleine sind und keine Schuld tragen: wir schätzen, dass circa 2 Millionen Paare in Deutschland ungewollt kinderlos leben.

Wenn Sie sich Rat bei einem Experten suchen, sind die Gründe für den unerfüllten Kinderwunsch oft schnell gefunden:

  • Hormonelle Störungen und ungenügende Eizellreifung
  • Funktionseinschränkung der Eileiter
  • Fehlbildungen von Eierstöcken, Eileitern oder der Gebärmutter
  • Endometriose: Gebärmutterschleimhaut, die außerhalb der Gebärmutter wächst, zum Beispiel im Eileiter, im Eierstock oder in der Harnblase / Darm
  • Genetische Ursachen
  • Eingeschränkte Qualität/Fehlen der Samenzellen
  • Verschluss der ableitenden Samenwege, z.B. nach Infektionen, nach Sterilisation oder angeborene Fehlentwicklung der Samenleiter
  • Genetische Ursachen
  • Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr
  • In circa einem Drittel der Fälle liegen die Gründe bei beiden Partnern zugleich, nur bei rund 10 % lassen sich keine Ursachen ausmachen

Therapiemöglichkeiten

Die Behandlung bei ungewolltem Kinderwunsch hängt immer stark von den individuellen Wünschen des Paares und den Ursachen ab. Dr. Gagsteiger beschäftigt sich seit 1993 mit den verschiedenen Methoden und hat seitdem immer wieder geholfen diese weiter zu entwickeln. Seine Erfahrungen teilt er mit den anderen Ärzten des Kinderwunschzentrums, die größtenteils selbst viele Jahre in der Reproduktionsmedizin verbracht haben.

Die Standard- und Routinetechniken gehören somit zum täglichen Geschäft und werden sehr gut beherrscht dazu gehören:

Oft bleibt die Schwangerschaft aufgrund einer ungenügenden Eizellreifung aus. In diesem Fall kann die Reifung mittels Hormonen in Tabletten oder Spritzenform unterstützt werden. Der Reifungsprozess wird mithilfe von Ultraschall und Blutuntersuchungen kontrolliert und die Dosis des Hormons entsprechend angepasst. Sobald der Follikel groß genug ist, wird der Eisprung ausgelöst. Die Befruchtung kann entweder über normalen Geschlechtsverkehr in einem festen Zeitfenster oder durch die Insemination stattfinden.
Ist die Anzahl und Beweglichkeit der Samenzellen des Mannes eingeschränkt oder sind diese verformt, kann eine Insemination durchgeführt werden. Dabei werden zum Zeitpunkt des Eisprungs besonders aufbereitete („gewaschene“) Spermien mithilfe eines dünnen Katheters direkt in die Gebärmutterhöhle übertragen. Bei der Insemination handelt es sich um eine simple und schmerzlose Behandlung, die Chancen auf eine Schwangerschaft liegen jedoch nur bei rund 10 %.
Die IVF Behandlung ist das wichtigste Instrument im Repertoire der modernen Reproduktionsmedizin. Nach der ICSI-Behandlung bringt sie die größte Chance auf eine Schwangerschaft und bietet sich besonders dann an, wenn eine Funktionsstörung der Eileiter vorliegt.

Bei der IVF stimulieren wir die einzelnen der Frau und entnehmen Sie in einer kleinen Operation, der Punktion. Außerhalb Ihres Körpers mit die Eizelle dann mit den Spermien des Mannes zusammengeführt. Im Anschluss beobachtet man die Entwicklung des entstehenden Embryos. Bei gesunder Zellteilung setzen wir üblicherweise zwei dieser Embryonen beim „Transfer“ wieder in die Gebärmutter ein. Bei der vierwöchigen Behandlung liegt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft je nach Alter der Patientin bei bis zu 40 %.

Lässt sich keine Ursache für die ausbleibende Schwangerschaft finden oder ist die Spermienqualität des Mannes stark eingeschränkt, empfiehlt es sich, eine ICSI-Behandlung durchzuführen.

 

Die ICSI-Behandlung unterscheidet sich somit nur in der Befruchtung der Eizelle von der IVF Behandlung: dabei wird unter einem speziellen Mikroskop ein einzelnes Sperrmedium in eine dünne Injektionspipette aufgezogen und direkt in die Eizelle eingesetzt. Es wird der natürliche Vorgang des Eindringen seines Spermiums in die Eizelle nachgeahmt. Bei der ICSI-Behandlung besteht, je nach Alter der Frau, gemeinhin die höchste Chance auf eine Schwangerschaft.

Nach deutschem Recht dürfen maximal drei Embryonen in die Gebärmutter übertragen werden. Mit dieser Regelung wird versucht, das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft gering zu halten. Deswegen frieren wir die überzähligen befruchteten Eizellen oft ein, um sie wenn nötig zu einem späteren Zeitpunkt übertragen zu können. Damit können mit einer einzigen Punktion (Eizellentnahme) mehrere Embryotransfers durchgeführt werden, sodass die Anzahl der benötigten Operationen geringer ist.
Eine These wird dann durchgeführt, wenn sich keine Spermien im Ejakulat des Mannes befinden. Dabei wird eine Hodenbiopsie durchgeführt, um aus dem gewonnenen Gewebe Spermien zu isolieren. Dabei handelt es sich um einen kleinen chirurgischen Eingriff, mit dessen Hilfe mehrere Portionen Gewebe auch für den späteren Gebrauch eingefroren werden können. In über 70 % der Fälle können in dem Gewebe Spermien gefunden werden und mithilfe der ICSI-Behandlung die Eizellen der Frau befruchten.

Zusatzmaßmahmen

Unterstützung der Routinemaßnahmen

Besondere Auswahl gut aussehender Spermien mit Hilfe eines sehr stark vergrößernden Mikroskopes.
Langzeitkultur der Embryonen über fünf Tage bis zum Blastocysten-Stadium.
„Assistiertes Schlüpfen“ vor dem Transfer in die Gebärmutter durch Anritzen der Zona pellucida.
Spülung des Muttermundes mit Seminalplasma.
Bei EmbryoGen handelt es sich um ein Kulturmedium das den Wachstumsfaktor GM – CSF enthält. Dieses Cytokin gehört zu den Proteinen, die das Wachstum und die Differenzierung von Zellen regulieren. Dieses Kulturmedium bietet laut Hersteller signifikante Vorteile für Patientinnen mit vorangegangenen Fehlgeburten.